Der Schlaf – Basis für Erholung und Gesundheit

Der Schlaf dient der psychischen und physischen Erholung sowie der sogenannten »Entmüdung« des Organismus. Vielen Menschen mit Schlafstörungen kann bereits ohne apparativen Aufwand effektiv geholfen werden.

Durch eine gezielte Befragung lassen sich Störungen identifizieren, die ihre Ursache in Verhaltensweisen haben, die den Schlaf-Wach-Rhythmus oder den erholsamen Nachtschlaf beeinträchtigen. Auch die Einnahme von schlafbeeinträchtigenden Substanzen sowie psychiatrische oder organische Erkrankungen kommen als Auslöser infrage.

Wegen der vielfältigen Folgeerkrankungen – wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder Tagesmüdigkeit mit Unfallgefahr – stellt die Diagnostik und Therapie schlafbezogener Atemstörungen einen zentralen fachlichen Schwerpunkt unserer Praxis dar.

Schlafmedizinische Krankheitsbilder

Das Spektrum der schlafmedizinischen Erkrankungen umfasst folgende Krankheitsbilder:

Atemstörung bei Herzinsuffizienz (Cheyne-Stokes-Atmung)
  • Krankheitsbild: Bei schwerer Herzinsuffizienz (»Herzschwäche«) entwickelt sich trotz optimaler medikamentöser Therapie manchmal ein krankhaftes nächtliches Atemmuster. Hierbei wechseln sich Phasen schneller, vertiefter Atmung mit Atempausen ab.
  • Risiken: Betroffene Patienten leiden neben einem nicht-erholsamen Schlaf und Tagesmüdigkeit unter einem höheren Risiko für gefährliche Herzrhythmusstörungen sowie unter einer erhöhten Sterblichkeit.
  • Diagnostik und Therapie: Patienten mit einer bedeutsamen Herzschwäche sollten eine Untersuchung der nächtlichen Atmung zu Hause (Polygraphie) erhalten. Die Diagnose wird im Schlaflabor gesichert, wo auch eine spezielle Form der Überdruckbeatmung eingeleitet werden kann.
PLM (Periodic Limb Movement)
  • Krankheitsbild: Als »PLM« werden periodische Bewegungen der Gliedmaßen bezeichnet. Diese treten erst im Schlaf auf und werden vom Patienten in der Regel selbst nicht wahrgenommen.
  • Folgen und Therapie: Da diese unbewussten Bewegungen den normalen Schlafablauf stören, resultiert ein nicht erholsamer Schlaf mit vermehrter Müdigkeit am Tag. Über eine Untersuchung in unserem Schlaflabor kann diese Schlafstörung präzise diagnostiziert und eine gezielte Behandlung eingeleitet werden.
Restless-Legs-Syndrom (RLS)
  • Krankheitsbild: Das Restless-Legs-Syndrom bezeichnet das »Syndrom der unruhigen oder rastlosen Beine«. Am Abend und in der Nacht verspüren Betroffene in den Beinen (manchmal auch in den Armen) ein Ziehen, Reißen oder Kribbeln. Diese Missempfindungen sind so intensiv, dass sie sich nicht ignorieren lassen.
  • Folgen und Therapie: Da nur Bewegung kurzzeitige Linderung verschafft, ist an Schlaf oft nicht zu denken; viele Betroffene wandern nachts umher oder suchen Abhilfe durch kalte Güsse. Die Erholungsqualität ist deutlich reduziert, was zu starker Übermüdung am Tag führt. Die Diagnose wird durch die Anamnese und eine Untersuchung im Schlaflabor gestellt. Anschließend kann eine gut wirksame medikamentöse Behandlung eingeleitet werden.
Narkolepsie
  • Krankheitsbild: Die Narkolepsie ist eine neurologische Erkrankung mit einer Störung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Betroffene leiden unter plötzlichen Einschlafattacken während des Tages. Zudem kann – besonders in emotionalen Momenten – ein plötzlicher Verlust der Muskelspannung auftreten (Kataplexie), der zum Hinstürzen führen kann. Auch der Nachtschlaf ist oft erheblich gestört.
  • Diagnostik und Therapie: Ein erfahrener Neurologe kann den Verdacht oft schon anhand der geschilderten Beschwerden äußern. In unserem Schlaflabor wird die Diagnose durch nächtliche Messungen und Untersuchungen am Tage (Multipler Schlaflatenztest) gesichert und eine Therapieempfehlung ausgesprochen.
Parasomnien
  • Krankheitsbild: Unter Parasomnien versteht man Ereignisse, die direkt aus dem Schlaf heraus auftreten. Dazu gehören Zähneknirschen, Schlafwandeln, Umsichschlagen, Kopfschlagen, Reden, Schreien oder bestimmte Formen des Einnässens. Diese Phänomene werden von den Betroffenen meist nicht selbst wahrgenommen und stören nicht zwingend die Erholungsfunktion des Schlafes.
  • Risiken und Diagnostik: Sie können jedoch zu Gefährdungen für den Schlafenden selbst, den Bettpartner oder Dritte führen. Wichtig zu wissen: Die sprichwörtliche »schlafwandlerische Sicherheit« gibt es nicht. Eine Untersuchung in unserem Schlaflabor deckt diese Störungen auf und trägt dazu bei, andere neurologische Ursachen (wie z.B. ein Anfallsleiden) differentialdiagnostisch auszuschließen.
Insomnie
  • Krankheitsbild: Der Begriff Insomnie bezeichnet die klassische Schlaflosigkeit bei Patienten mit Ein- und Durchschlafstörungen.
  • Diagnostik: Es handelt sich um ein sehr häufiges schlafmedizinisches Krankheitsbild. Die Diagnose kann in den allermeisten Fällen im direkten Gespräch mit dem behandelnden Arzt gestellt werden; eine Untersuchung im Schlaflabor ist dafür nur selten erforderlich.